Wenn das Auto nicht geradeaus läuft
Achsvermessung nach Herstellerwerten
Die Achsvermessung klärt eine einfache Frage: Stehen die Räder so, wie der Hersteller es vorgesehen hat. Schon wenige Millimeter Abweichung in der Spur reichen, damit ein Reifensatz vorzeitig hinüber ist. Der Anlass ist meistens Alltag und kein Unfall. Ein harter Bordsteinkontakt, ein Schlagloch, neue Fahrwerksteile oder ein Satz neuer Reifen sind die typischen Auslöser. Wer viel in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist, sammelt solche Treffer schneller als gedacht. Wir messen alle vier Räder, vergleichen die Istwerte mit den Sollwerten Ihres Modells und stellen ein, was einstellbar ist. Was außerhalb der Toleranz liegt und sich nicht einstellen lässt, benennen wir mit Grund.
Spur: der Wert, der Reifen frisst
Die Spur beschreibt, ob die Räder einer Achse von oben gesehen leicht nach innen oder nach außen zeigen. Sie ist der empfindlichste Wert überhaupt. Stimmt sie nicht, rollt der Reifen nicht sauber ab, sondern wird bei jeder Umdrehung ein Stück quer über den Asphalt geschoben. Das Ergebnis sehen Sie an der Lauffläche: eine Schulter außen oder innen deutlich stärker abgefahren als die andere, oft mit sägezahnartigen Kanten in den Profilblöcken, die man mit der Hand von einer Seite glatt und von der anderen scharf ertastet. Verstellt wird die Spur an den Spurstangen. Wichtig ist dabei nicht nur der Gesamtwert, sondern die Verteilung auf beide Seiten, weil sonst das Lenkrad bei Geradeausfahrt schief steht, obwohl die Summe rechnerisch passt.
Sturz und Nachlauf
Der Sturz ist die Neigung des Rades zur Senkrechten, von vorne betrachtet. Zu viel negativer Sturz fährt die Innenschulter herunter, positiver Sturz die Außenschulter. Bei vielen Fahrzeugen ist der Sturz ab Werk nicht einstellbar, sondern durch die Bauart festgelegt. Weicht er trotzdem ab, ist das ein Hinweis auf ein verbogenes Bauteil oder ein ausgeschlagenes Lager, und dann hilft Einstellen nicht weiter, sondern nur Instandsetzen. Der Nachlauf beschreibt die Neigung der Lenkachse in Fahrtrichtung. Er sorgt dafür, dass sich das Lenkrad nach der Kurve von selbst zurückstellt und der Wagen geradeaus stabil bleibt. Unterschiedlicher Nachlauf links und rechts macht sich als Ziehen zu einer Seite bemerkbar. Wir messen beide Werte mit, auch wenn nur die Spur einstellbar ist, weil sie das Gesamtbild erklären.
Was vor der Messung passiert
Eine Vermessung ist nur so gut wie das Fahrwerk darunter. Deshalb geht immer eine Prüfung voraus. Wir kontrollieren Reifendruck und Profilbild auf allen vier Rädern, sehen uns Spurstangenköpfe, Traggelenke, Querlenkerbuchsen und Radlager auf Spiel an und prüfen, ob die Federn intakt sind. Ein Rad mit Spiel in der Aufhängung liefert keinen belastbaren Messwert und wandert nach kurzer Zeit ohnehin wieder aus der Einstellung. Auch die Beladung spielt hinein, denn die Sollwerte gelten für einen definierten Zustand. Erst wenn diese Grundlage stimmt, gehen wir auf den Messplatz, gleichen die Istwerte mit den Herstellervorgaben für Ihr Modell ab und stellen ein. Danach folgt eine Probefahrt, denn der ehrlichste Prüfstein bleibt ein Lenkrad, das bei Geradeausfahrt gerade steht.
Häufige Fragen
Achsvermessung — kurz erklärt
Wann ist eine Achsvermessung sinnvoll?
Nach einem harten Bordstein- oder Schlaglochtreffer, nach Arbeiten an Spurstangen, Querlenkern oder Federbeinen und immer dann, wenn ein Reifen einseitig abfährt oder der Wagen zieht. Auch beim Kauf eines neuen Reifensatzes lohnt sich der Blick, weil sonst der frische Satz denselben Verschleiß bekommt wie der alte. Bei Unsicherheit sehen wir uns zuerst das Reifenbild an.
Reicht es, nur die Vorderachse zu vermessen?
Sinnvoll ist die Messung an allen vier Rädern. Die Hinterachse gibt die Fahrtrichtung vor, an der sich die Vorderachse orientieren muss. Steht hinten die Spur schief, stellt man vorne gegen einen Fehler ein, und das Lenkrad steht danach trotzdem schräg. Wir messen deshalb komplett, auch wenn am Ende nur an der Vorderachse eingestellt werden kann.
Warum zieht mein Auto nach der Einstellung immer noch?
Dann liegt die Ursache meist nicht in der Geometrie. Häufige Gründe sind ein ungleichmäßiger Reifendruck, ein Reifen mit Gürtelversatz, eine schleifende Bremse oder eine Fahrbahn mit starker Querneigung. Wir tauschen dann testweise die Räder achsweise, weil sich ein Reifenproblem so am schnellsten zeigt. Erst wenn das ausgeschlossen ist, sehen wir wieder auf die Messwerte.
Achsvermessung nötig? Wir schauen es uns an.
Ein kurzer Anruf reicht meistens, um einzuschätzen, was ansteht. Sie erreichen uns direkt in der Werkstatt.
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