Beläge, Scheiben, Flüssigkeit
Bremsenservice in Frankfurt
An der Bremse wird selten aus Absicht gespart, meistens aus Unwissen. Quietschen wird ignoriert, ein weiches Pedal als Gewöhnung abgetan. Dabei ist die Bremsanlage das einzige System im Auto, das im Ernstfall in einer halben Sekunde funktionieren muss. Im Stop-and-go zwischen Fechenheim, Offenbach und der Innenstadt arbeitet sie außerdem härter als auf jeder Landstraße: viel Bremsung aus niedrigem Tempo, wenig Fahrtwind zum Abkühlen, dazu Salz und Feuchtigkeit im Winter. Wir messen Beläge und Scheiben, statt sie durch die Felge zu schätzen, und sagen Ihnen, was jetzt fällig ist und was noch mitläuft.
Beläge und Scheiben haben feste Maße
Ein neuer Bremsbelag hat je nach Fahrzeug etwa elf bis zwölf Millimeter Gesamtstärke, davon rund neun Millimeter Reibmaterial auf dem Trägerblech. Ab etwa drei Millimetern Restbelag ist der Wechsel absehbar, unter zwei Millimetern wird er fällig. Manche Fahrzeuge melden das über ein Schleifblech, andere über einen elektrischen Verschleißkontakt, viele gar nicht. Bei der Scheibe ist die Mindestdicke am Rand oder im Topf eingeprägt, oft als MIN TH. Gemessen wird an der dünnsten Stelle, wobei der Rostrand nicht mitzählt. Wichtig ist auch das Schadensbild: tiefe Riefen, ein ausgeprägter Grat, Hitzeflecken oder feine Risse sprechen gegen eine Weiterverwendung, selbst wenn das Maß noch stimmt. Gewechselt wird immer achsweise und links wie rechts gleich, sonst zieht der Wagen.
Bremsflüssigkeit ist ein Verschleißteil
Bremsflüssigkeit zieht Wasser an. Sie nimmt es über Schläuche, Dichtungen und den Ausgleichsbehälter aus der Luftfeuchtigkeit auf, ganz ohne Undichtigkeit. Frische DOT-4-Flüssigkeit siedet bei rund 230 Grad. Mit etwa drei Prozent Wasseranteil rutscht der Siedepunkt in den Bereich um 155 Grad, und den erreicht eine stark belastete Bremse bei mehreren Bremsungen hintereinander. Dann bilden sich Dampfblasen, und weil Gas komprimierbar ist, geht das Pedal weiter durch als sonst oder bis zum Boden. Deshalb gilt der Wechsel alle zwei Jahre unabhängig von der Laufleistung. Der zweite Grund ist Korrosion: Wasser im System greift Kolben, Leitungen und den Hydraulikblock von ABS und ESP an, und das sind die teuren Bauteile. Wir messen den Wassergehalt und zeigen Ihnen den Wert.
Sättel, Führungen und die elektrische Feststellbremse
Viele Bremsprobleme kommen nicht vom Belag, sondern von der Mechanik drumherum. Sitzen die Führungsbolzen im Sattel fest, weil der Faltenbalg gerissen und das Fett hart geworden ist, drückt nur noch eine Belagseite. Die Folge ist einseitiger Verschleiß, ein schleifendes Rad, höherer Verbrauch und eine krumm gewordene Scheibe durch die Hitze. Deshalb werden Bolzen, Manschetten und Belagführungen bei jedem Wechsel gereinigt, geprüft und mit dem passenden Fett versehen. Bei einer elektrischen Feststellbremse kommt ein Punkt dazu: Der Kolben lässt sich nicht mehr einfach zurückdrücken. Der Stellmotor muss über die Diagnose in die Montagestellung gefahren und danach wieder angelernt werden. Nach dem Wechsel gehört ein sanftes Einbremsen dazu, damit sich das Reibmaterial gleichmäßig überträgt.
Häufige Fragen
Bremsen — kurz erklärt
Muss ich immer vorne und hinten gleichzeitig machen?
Nein. Vorderachse und Hinterachse verschleißen unterschiedlich schnell, die Vorderachse trägt den größeren Teil der Bremskraft. Getauscht wird jeweils komplett an einer Achse, also links und rechts zusammen, damit die Bremskraft gleichmäßig aufgebaut wird. Eine einzelne Seite zu erneuern ist der sichere Weg zu einem Fahrzeug, das beim Bremsen zieht.
Warum quietscht meine Bremse, obwohl sie neu ist?
Über Nacht bildet sich Flugrost auf der Scheibe, der bei den ersten Bremsungen Geräusche macht. Bleibt es dabei, liegt es meist an fehlender Paste an den Anlageflächen von Belag und Halter, an einer verspannten Haltefeder oder an einer harten Belagmischung. Auch die ersten Kilometer nach dem Wechsel gehören dazu, weil sich Belag und Scheibe erst aufeinander einarbeiten müssen.
Wie oft muss die Bremsflüssigkeit gewechselt werden?
In der Regel alle zwei Jahre, bei einigen Modellen nach drei Jahren, und unabhängig davon, wie viele Kilometer Sie gefahren sind. Ausschlaggebend ist der Wassergehalt, nicht die Laufleistung. Wir messen ihn vor dem Wechsel. Ist der Wert schon hoch, sieht man das oft auch an der dunklen Verfärbung im Ausgleichsbehälter.
Bremsen nötig? Wir schauen es uns an.
Ein kurzer Anruf reicht meistens, um einzuschätzen, was ansteht. Sie erreichen uns direkt in der Werkstatt.
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